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Magic Mushrooms und LSD: Kein Zusammenhang mit psychischen Problemen

Vorab das Fazit der Studie: „Wir haben keine Hinweise darauf gefunden, dass der Konsum von Psychedelika ein unabhängiger Risikofaktor für psychische Probleme ist.“ Das heißt nicht, dass er gesund ist, und wir werben auch nicht für den Konsum von LSD oder Magic Mushrooms. Die Forscher haben aber einige verbreitete Annahmen über Psychedelika widerlegt.

Der Artikel im Nachrichtenbereich der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (http://www.ntnu.edu/news/2013-news/lsd-survey)

LSD und andere Psychedelika stehen nicht im Zusammenhang mit psychischen Problemen

(19.08.2013) Der Konsum von LSD, Magic Mushrooms oder Peyote erhöht das Risiko für psychische Probleme nicht. Das zeigt die Auswertung von Daten von mehr als 130.000 zufällig ausgewählten Personen, darunter 22.000 Menschen, die mindestens einmal Psychedelika konsumiert hatten.

Die Forscherin Teri Krebs und der klinische Psychologe Pål-Ørjan Johansen vom Institut für Neurowissenschaften der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) nutzten Daten aus einer nationalen US-Gesundheitsumfrage. Sie wollten herausfinden, ob und wie der Konsum von Psychedelika mit psychischen Problemen zusammenhängt.

Die Autoren fanden keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Psychedelika und einer Reihe psychischer Probleme. Stattdessen zeigten sich einige signifikante Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Psychedelika und weniger psychischen Problemen.

Die Ergebnisse wurden im Fachjournal PLOS One veröffentlicht und sind online frei zugänglich.

Symptome und psychische Behandlung im Blick

Die Forscher stützten sich auf Daten des National Survey on Drug Use and Health von 2001 bis 2004. Darin wurden die Teilnehmenden zu psychischer Behandlung und zu Symptomen verschiedener psychischer Erkrankungen im vergangenen Jahr befragt. Untersucht wurden allgemeine psychische Belastung, Angststörungen, affektive Störungen und Psychosen.

Mit diesen Daten konnten Krebs und Johansen prüfen, ob der Konsum von Psychedelika mit allgemeinen oder bestimmten psychischen Problemen zusammenhängt. Sie fanden keinen Zusammenhang.

„Nach der Bereinigung um andere Risikofaktoren war weder der Konsum von LSD, Psilocybin, Meskalin oder Peyote im bisherigen Leben noch der Konsum von LSD im letzten Jahr mit einer höheren Rate an psychischen Problemen oder psychischer Behandlung verbunden“, sagt Johansen.

Können Psychedelika gesund sein?

Die Forscher stellten fest, dass der Konsum von Psilocybin oder Meskalin im bisherigen Leben und der Konsum von LSD im letzten Jahr mit weniger schwerer psychischer Belastung einhergingen. Auch der LSD-Konsum im bisherigen Leben war signifikant mit weniger ambulanter psychischer Behandlung und weniger verschriebenen Psychopharmaka verbunden.

Wegen des Studiendesigns lässt sich nicht genau sagen, warum die Forscher zu diesen Ergebnissen kamen.

„Wir können nicht ausschließen, dass der Konsum von Psychedelika für einzelne Personen oder Gruppen negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben könnte. Auf Bevölkerungsebene wird das vielleicht durch positive Effekte bei anderen ausgeglichen“, schrieben sie.

Dennoch hätten „auch aktuelle klinische Studien keine Hinweise auf dauerhafte schädliche Auswirkungen von Psychedelika gefunden“, so die Forscher. Das stütze die Aussagekraft der Ergebnisse in PLOS One.

Krebs sagt sogar: „Viele Menschen berichten von zutiefst bedeutsamen Erfahrungen und dauerhaften positiven Effekten durch den Konsum von Psychedelika.“

„Andere Studien haben keine Hinweise auf gesundheitliche oder soziale Probleme bei Menschen gefunden, die Psychedelika hunderte Male in gesetzlich geschützten religiösen Zeremonien konsumiert haben“, ergänzt Johansen.

Was ist das Fazit zum Konsum von Psychedelika?

Psychedelika unterscheiden sich von den meisten anderen Freizeitdrogen. Fachleute sind sich einig, dass Psychedelika weder Sucht noch zwanghaften Konsum verursachen und nach heutigem Wissen das Gehirn nicht schädigen.

Wie bei jeder anderen Tätigkeit sei es auch bei Psychedelika wichtig, alle Belege objektiv zu betrachten. Man solle sich nicht von Einzelgeschichten über Schaden oder Nutzen verzerren lassen, so die Forscher.

„Alles birgt ein gewisses Potenzial für negative Effekte, aber der Konsum von Psychedelika gilt insgesamt als sehr risikoarm für den Einzelnen und die Gesellschaft“, sagt Johansen. „Psychedelika können vorübergehend Angst und Verwirrung auslösen, aber Unfälle mit schweren Verletzungen sind äußerst selten.“

„Frühe Spekulationen, Psychedelika könnten psychische Probleme auslösen, beruhten auf einer kleinen Zahl von Fallberichten. Weder der weit verbreitete Konsum von Psychedelika noch die ohnehin nicht seltenen psychischen Probleme in der Allgemeinbevölkerung wurden dabei berücksichtigt“, erklärt Krebs.

„In den letzten 50 Jahren haben zig Millionen Menschen Psychedelika konsumiert, und es gibt einfach nicht viele Belege für langfristige Probleme“, so ihr Fazit.

Teri S. Krebs, Pål-Ørjan Johansen. Psychedelics and Mental Health: A Population Study. PLoS ONE, 2013; 8 (8): e63972 DOI: 10.1371/journal.pone.0063972

Die Meldung auf Science Daily: http://www.sciencedaily.com/releases/2013/08/130819185302.htm